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Vorhersage
1187 Erstnennung Betzenstein
Betzenstein scheint erstmals 1187 im Namen des Ministerialen Friedrich von Betzenstein auf, der offenbar dort seinen Dienstsitz innehatte. Man kann aber dennoch seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts mit dem Bestehen der Burg Betzenstein rechnen.
11. August 1311 der Burg
Die Burg Betzenstein selbst wird erst am 11. August 1311 genannt, als der Bamberger Bischof Wulfing von Stubenberg Konrad von Schlüsselberg – einen treuen Anhänger Kaisers Ludwig des Bayern – mit ihr belehnte. Dabei wurden ausdrücklich die Verdienste des Edelfreien um das Hochstift Bamberg erwähnt.
30. Mai 1327 Aufteilung der Burgen an Leuchtenberger und Schlüsselfelder
Eine Hälfte der Burg wird der Böhmischen Krone zum Lehen aufgetragen. Dabei handelte es sich um den Nordteil der Burg, die durch die Leuchtenberger erbaut wurde und in engem Zusammenhang mit dem Schlüsselberger Teil (Südburg) stand. Unter den Leuchtenbergern und Schlüsselfeldern erlebte der Ort Betzenstein einen Aufschwung, da sich die Lehensherren um das Wohl ihrer Untertanen sorgten.
1347 Der Schlüsselberger Teil der Burg geht an die Hohenzollern
Nach dem Krieg gegen Konrad von Schlüsselberg 1347 einigten sich die Sieger, die Bischöfe von Würzburg und Bamberg sowie die Burggrafen von Nürnberg, auf eine Überlassung des Schlüsselbergischen Teils, des Bamberger Lehens, an die Burggrafen. Offenbar veräußerten die Hohenzollern diese Hälfte bald darauf an die Landgrafen, denn die Leuchtenberger waren 1359 im Besitz der gesamten Burganlage.
25. September 1359 Markt- und Stadtrecht durch Kaiser Karl IV
Kaiser Karl IV erteilt der Stadt das Marktrecht und Stadtrecht. Auch erhielt Betzenstein das Recht, die Stadt mit Mauern und Türmen zu befestigen. Durch Bannmeile und Geleitschutz für Händler erlangte Betzenstein die gleichen Freiheiten wie die Reichsstadt Nürnberg.
13. Februar 1418 Verpfändung der Burg an die bayerische Pfalz
Am Ende des Bayerischen Erbfolgekrieges, der eine Zeit des Niederganges für Betzenstein bedeutete, geht die verpfändetet Burg an die bayerische Pfalz. Da die Leuchtenberger ihren ehemaligen Besitz nicht herausgeben, kommt es erneut zur Fehde mit dem neuen Lehensherren Herzog Johann von Bayern.
1421 Zerstörung der Burg
Aufgrund eines falschen Ratschlages des Ritters Sigmund von Egloffstein, der sich dadurch ungeliebter Nachbarschaft entledigen wollte, lässt die Gemahlin des Pfalzgrafen Herzog Johann, Katharina von Pommern, die Burg zerstören.
7. Juli 1505 Übergang an die Freie Reichsstadt Nürnberg
Als die Reichsstadt Nürnberg mit dem Ausgang des Landshuter Erbfolgekriegs 1505, im Frieden zu Köln, das mittlerweile pfälzische Betzenstein übernahm, fand sie daher höchstens Ruinen vor. Der Pfleger des Amtes wurde – wie schon zu pfälzischen Zeiten – auf die Burg Stierberg gesetzt.
1528 Bau des Pflegamtsschlosses
Erst 1528 entschloss sich die Reichsstadt zum Bau eines Schlosses, um hier wenigstens einen Vogt unterbringen zu können. Unter der 300 jährigen Herrschaft der Nürnberger erlebt Betzenstein wieder einen Aufschwung.
1533-38 Bau der Stadtmauer
Errichtung der heute noch sichtbaren Stadtbefestigung mit Mauern Türmen und Toren.
1543-49 Bau des Tiefen Brunnens
Bau des Tiefen Brunnens zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung. Dieser 92 Meter tiefe Ziehbrunnen war bis 1902 die einzige Trinkwasserversorgung der Stadt.
1611 Änderung des Stadtwappens von Leuchtenbergisch auf Nürnbergerisch
Dieses Datum wird manchmal als Stadterhebung aufgeführt. Bezenstein, bereits 1359 mit Stadtrechten ausgestattet, vollzog diese rein rechtlich jedoch bereits spätestens mit der Stadtummauerung 1533-1538. Vermutlich handelt es sich um eine Änderung der Bezeichnung „Markt Betzenstein“ zu „Stadt Betzenstein“ in den schriftlichen Niederlegungen der Pfleger im Zuge der Änderung des Stadtwappens.
12. Juli 1806 Übergang an Bayern
Betzenstein wird durch die Rheinbundakte bayerisch.
Ein Kreis engagierter Mitbürger hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Stadt Betzenstein und ihrer Ortsteile weiter zu erforschen und in einer losen Reihe über das Amtsblatt Betzenstein zugänglich zu machen.
2022-12-...… es eine Burg im Eibenthal gegeben hat?.pdf
2022-10-Wie der Hausname Beckenhannes entstand.pdf
2021-09-Eine mittelalterliche Fernstraße durch Betzenstein.pdf
Anton Buchner wurde am 29.11.1903 in Neustadt/St. Veit (Oberbayern) geboren. Nach dem Studium der Zahnmedizin in Berlin (Dentist) eröffnete er 1923 seine Praxis in Betzenstein, die er 46 Jahre betrieb.
Sein einziger Sohn fiel im 2. Weltkrieg, 1983 verstarb seine Ehefrau Christine.
Von Jugend an waren „Steine“ seine Leidenschaft. In Betzenstein betrieb er die Erforschung seiner neuen Heimat sehr intensiv. Daraus erwuchs die Idee eines Heimatmuseums, das 1938, mit Unterstützung von Bürgermeister Georg Hager, Gestalt annahm.
Der Grundstein wurde durch viele Exponate aus der privaten Sammlung Buchners gelegt: Fossilien, Mineralien, Gesteine und vorgeschichtliche Funde, zumeist aus der Region aber auch von weiter entfernten Gegenden. Dazu kam eine Reihe historischer Bücher und Schriften der Stadt Betzenstein.
Als Buchner 1947 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, fand er das Museum in chaotischem Zustand vor. Wertvolle Bestände, besonders die schriftlichen Unterlagen, waren verschwunden. Die nächsten Jahre bemühte er sich um die Wiederbeschaffung der Exponate. Das wertvollste Stück, die historische Hakenbüchse von 1530, musste sogar auf gerichtlichem Weg über zwei Instanzen zurückgeholt werden. Die schriftlichen Unterlagen konnten nur teilweise wieder beschafft werden.
1991 übergab Anton Buchner das Museum aus Altersgründen der Stadt Betzenstein.
Anton Buchner wurde am 3. März 1967 zum Ehrenbürger der Stadt Betzenstein ernannt. Er war Heimatpfleger und Ortsbeauftragter für Naturschutz. Im September 1971 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1983 wurde ihm der Kulturpreis des Fränkische Schweiz Vereins verliehen, 1987 war er Kulturpreisträger des Landkreises Bayreuth.
Die Anfänge des Heimatmuseums sind ein Werk des uner-müdlichen Sammlers und Zahnarztes Anton Buchner. Bereits 1938 gründete er mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Georg Hager ein Heimatmuseum. Doch die Zeit des Krieges und die ersten Jahre danach brachten eine weitgehende Auflösung. Viele Materialien waren verschwunden und konnten nur mühsam wiederbeschafft werden. Nachdem öfter das Domizil gewechselt worden war, konnte das Museum 2001 im nunmehrigen alten Rathaus eine Bleibe finden.
Besonderheiten der Ausstellung sind fossile und mineralogische Raritäten und historische Hinterlassenschaften des täglichen Lebens aus der Vorzeit bis heute. Eine herausragende Besonderheit ist die mittelalterliche Hakenbüchse aus dem Jahr 1530. Zu den Beständen gehören auch Skelettteile von Höhlenbären.
Ein besonders bedeutender Tag für Anton Buchner war der 3. Oktober 1955, als Arbeiter in einem Weidenseeser Steinbruch auf Funde stießen, die sie zunächst für große Baumwurzeln hielten und zum Schutt werfen wollten. Mit der Zeit wurden sie skeptisch und schließlich informierten sie ihn. Er schickte die Stücke an das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart, wo sie dann als Backenzahn und Stoßzahn eines 700 000 Jahre alten Mammuts identifiziert wurden; auch Knochen eines Wollnashorns und Oberkieferzähne eines Wildpferdes waren dabei.
Leider gingen die meisten dieser Fundstücke im Laufe der Zeit verloren. Als engagierter Heimatforscher publizierte Anton Buchner über viele Jahre hinweg eine umfangreiche Reihe von „Beiträgen zur Heimatkunde von Betzenstein“, in der er sein umfangreiches Wissen schriftlich festhielt.
Im Oktober des Jahres 1991 übergab Anton Buchner aus Altersgründen seine Sammlungen der Stadt Betzenstein. Als sichtbaren Dank für die keinem Messwert entsprechenden Leistungen erhielt Anton Buchner aus der Hand von Bürgermeister Viktor Wagner die Medaille der Stadt überreicht.
Die Stadt betreute nun – zunächst durch Käthe Seitz und Christa Kraus und ab 1992 durch Armin Schütz – dieses Vermächtnis als „Anton-Buchner-Heimatmuseum“ weiter.
Seit 2002 befand es sich im ehemaligen Rathaus (Bayreuther Straße 1), da dort im Jahre 1988 die Stadtverwaltung ausgezogen ist. Im Jahr 2015 hat die Sammlung ihren Platz im historischen Maasenhaus in der Hauptstraße 44 gefunden.
1717 wird Johann Barth als Sohn eines Schusters in St. Helena bei Schnaittach geboren. Er siedelt nach Betzenstein über und betreibt dort als Schneidermeister einen Textil- und Warenhandel. Nebenbei unterhält er eine kleine Brauerei. Aus zwei-ter Ehe geht sein jüngster Sohn Georg hervor, der 1771 das Licht der Welt erblickt.Im Jahre 1774 beginnt Johann mit seinem Sohn Georg den Hopfenhandel, wobei der Junior den aktiven Part übernimmt und der Vater ihm finanziellen Rückhalt bietet. Die Ware bezieht er von ansässigen Bauern, da der Hopfenanbau in Betzenstein traditionell vorhanden war und viele ihr eigenes Bier brauten. Der Hopfen wird auf Planwagen geladen und den zahlreichen Kleinstbrauereinen – zunächt in der engeren Umgebung – pfundweise feilgeboten. Da die Strassen damals noch unbefestigt waren, dürften die Reisen sehr beschwerlich gewesen sein. Trotzdem dehnt Georg Barth seinen Handel bald nach Thüringen und Sachsen aus. Die 19 Jahre der Napoleonischen Kriege sind der Entwicklung des Unternehmens nicht eben dienlich, doch das Kurzwarengeschäft des Vaters trägt den noch jungen Geschäftszweig des Hopfenhandels durch die unsicheren Zeiten. Es ist das Jahr 1796 als der Firmengrüder Johann Barth seine Augen für immer schließt, während gerade fränzösische Trup-pen das Städtchen Betzenstein besetzten.Das fränkische Anbaugebiet liefert damals 70% der deutschen Hopfen. Das Hersbrucker Gebiet bedient mit seiner Ernte 27 Händler. Bei einem Handelsertrag von 1.695 Gulden und 47 Kreuzern im Geschäftsjahr 1817/18 kann man beim Bart’schen Landhandel bereits von einem Unternehmen mittlerer Größenordnung sprechen. Dies resultiert vor allem daraus, dass Georg Bart seine Ware direkt vom Bauern bezieht und ohne Zwischenhändler weiter verkauft. Im Vergleich verdient ein Nürn-berger Bauhandwerker in dieser Zeit 200 Gulden im Jahr.Auch die drei Söhne des Geschäftsmannes steigen 1825 in den Hopfenhandel ein, wobei sie sich die Absatzgebiete geogra-fisch einteilen: Johann Barth übernimmt den Südwesten und die neu entstehenden Industriegebiete im Rheinland mit der bedeutenden Stadt Köln. Johann Georg betreut Mitteldeutschland mit Sachsen und Thüringen. Sein Bruder Michael bearbei-tet den Norden mit den wichtigen Hafenstädten Hamburg und Bremen. Der Umsatz wächst von 140 Zentnern im Jahr 1819 auf 1.500 Zentner im Jahr 1841. Als Senior Georg Barth 1852 stirbt, hat die Firma ein Stammkapital von 40.000 Gulden, die anteilsmäßig auf die Brüder aufgeteilt sind, die nun als Gebrüder Barth in einer Handelssozietät firmieren. (Georg Barth fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof in Betzenstein.)1842 wird der Firmensitz von Betzenstein nach Lauf verlegt. Der größte Teil des Versandes läuft bereits über die Bahn, soweit die Strecken ausgebaut sind. Mit der Aufhebung des Schwefelverbotes für Exporthopfen in Mittelfranken erwuchsen der Stadt Nürnberg bedeutsame Vorteile gegenüber der anderen bayerischen Gebiete. Die durfte ein gewichtiger Grund für einen Umzug der Firma „Gebrüder Barth“ nach Nürnberg im Jahr 1860 gewesen sein. Für ein international agierendes Unter-nehmen, als das man die Hopfenhandlung Barth schon zu dieser Zeit betrachten kann, war der schnelle Zugriff auf Ware und Information von entscheidender Bedeutung. Die Saison 1862/63 brachte dem Unternehmen einen Rekordumsatz von 4.850 Zentnern Hopfen. Trotz alledem löste sich die Sozietät auf und die Brüder gingen eigene Wege. Am 9.7.1863 lässt Johann Barth zusammen mit seinem Sohn Wilhelm die Firma „Joh. Barth & Sohn, Nürnberg“ in das Nürn-berger Handelsregister eintragen, die sich bis heute im Besitz der 6. und 7. Generation der Familie befindet.1994 konnte das Unternehmen „Joh. Barth & Sohn“ auf 200 Jahre erfolgreiche Firmengeschichte zurückblicken und ist bis heute Weltmarktführer für Hopfenprodukte.Joh. Barth & Sohn entwickelte sich zum Global Player und ist nicht nur mit Niederlassungen in Deutschland, sondern auch mit eigenständigen Unternehmen oder Firmenzusammenschlüssen weltweit vertreten, so auch in den USA, Lateinamerika, China und Australien. Auch andere Sparten haben sich die Unternehmer erobert. So wurde 1991 die Schweizer Firma Barth Fruit AG/Ltd. in Basel gegründet, Spezialist für tropische und exotische Früchte. Die Sallfort AG ist 1981 aus dem Nürnberger Hopfenhandelshaus Joh. Barth & Sohn hervorgegangen. Heute ist sie ein vollständig unabhängiges Schweizer Familienunternehmen und wird von Johannes T. Barth aus der achten Barth-Generation geleitet. Sie hat sich auf die Vermögensverwaltung und den Effektenhandel spezialisiert.
Abraham Wolfgang Küfner, der vermeintliche „Fälscher“ des weltberühmten Dürer-Selbstbildnisses, geboren in Betzenstein, am 3. Februar 1760
Die Legende
Der Legende nach soll die Stadt Nürnberg im Jahre 1799 das damals schon weltbekannte Selbstportrait im Pelzrock an den am 3. Februar 1760 in Betzenstein geborenen Maler und Kupferstecher Wolfgang Abraham Küfner zum Erstellen einer Kopie übergeben haben. Küfner soll jedoch die dicke Lindenholztafel, auf die Dürer in seinem 28. Lebensjahr sein eigenes Bildnis gemalt hatte, in zwei Platten gespalten und dadurch die vordere Platte mit dem Original und die hintere Platte mit den von den Nürnbergern angebrachten Echtheits-Siegeln erhalten haben. Auf die abgespaltene hintere Platte soll Küfner eine Kopie des Porträts gemalt haben. Da angeblich diese Tafel rückseitig die Echtheitsbestätigungen und Siegel trug, soll er sie ohne Schwierigkeiten anstelle des Original-Dürers der Stadt Nürnberg zurückgeben haben können.
Die Tatsachen
Tatsache ist, dass der Stadtgerichtsassessor Dr. G. G. von Petz und Küfner 1805 das Originalgemälde der kurfürstlichen Zentralgemäldegaleriedirektion München zum Kauf anboten. Diese kaufte den Original-Dürer für 600 Gulden. Heute ist das Selbstbildnis im Pelzrock eine der Hauptattraktionen der Alten Pinakothek Münchens und eines der berühmtesten Gemälde weltweit. Das Gemälde von A. W. Küfner, das er nach Dürers Selbstbildnis gemalt hat, befindet sich heute im nichtöffentlichen Bestand der Gemälde- und Skulpturensammlung der Stadt Nürnberg. Das Gemälde ist dort mit der Inv.-Nr.: Gm 0051 im Jahre 1817 inventarisiert worden.
Aus dem Leben des Maler und Kupferstechers
Was gibt es noch an weiteren Einzelheiten zu diesem wohl spektakulärsten Fall in der Kunstgeschichte? Abraham Wolfgang Küfner wurde am 3. Februar 1760 im Hause der Badestube zu Betzenstein als Sohn des Baders, Chirurg und Accoucheurs (=Geburtshelfer) Conrad Küfner geboren. (Schreibweise zeitweise auch »Küffner«)
Betzenstein war damals unter der Nürnberger Verwaltung durch den Pfleger Georg Alexander Peßler im Pflegamtsschloss zu Betzenstein. Als nächstes Datum findet sich in den Annalen die Einschreibung Küfners als Student an der Universität Altdorf (bei Nürnberg) im Jahr 1779. Von der Zahlung der Immatrikulationsgebühr wurde er durch eine Empfehlung von Gönnern befreit.
Am 14. April 1781 wechselt er zur Universität Erlangen und wird als Mathematikstudent eingeschreiben.
Seine künstlerischen Begabungen lagen jedoch mehr in der Kunst der Malerei. Mit diesem Talent konnte er sich am 23. Mai 1786 in der Reichsstadt Nürnberg als »Mignateur«, d.h. Miniaturmaler das Bürgerrecht erwerben.
Nunmehr 26jährig, scheint Küfner mit seinem Können sehr rasch erfolgreich geworden zu sein, denn er kann bald eine Familie gründen. Am 1. August 1786 wird er mit Anna Maria, Tochter des Baders und Wundarztes Johann Carl Friedrich Aichele getraut, der auch Feldscheer in der Burger-Cavallerie war. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.
Die von dem damals schon anerkannten Künstler geschaffenen Kupferstiche und auch kleinere Gemälde befinden sich heute noch in Bibliotheken, Archiven und Museen. Viele hunderte davon im Kupferstichkabinett der Kunstsammlungen der Veste Coburg.
Den Wohnort Nürnberg verlegte er mit dem Kauf des Zeidelmuttergutes am 23. August 1791 nach Feucht bei Nürnberg, das er aber 1792 wieder veräußerte.
Die Jahre 1798-1799 gehören zum Zeitabschnitt, in dem A.W.Küfner das Dürerselbstbildnis nachgemalt hat und um dessen Vorgänge viele Fabeln verbreitet wurden.
Die heutigen Erkenntnisse dazu sind folgende:
Laut Daniel Hess, Dürer-Experte am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, war das Originalbild zu Küfners Lebzeiten höchstwahrscheinlich gar nicht mehr in Besitz der Stadt Nürnberg. Schon in einem Bestandsverzeichnis von 1711 wird das Bild nicht mehr genannt. Dafür werden in Verzeichnissen zweier privater Sammlungen im 18. Jahrhundert Dürer-Bilder erwähnt: Die Nürnberger dürften es jedenfalls lange zuvor selbst aus der Hand gegeben haben, wie ein Hans Wilhelm Kress von Kressenstein 1625 in einem Bericht mitteilte: Das im Rathaus aufbewahrte Selbstbildnis sei von einem Rat der Stadt „verschencket“ worden. Martin Schawe, Experte für Altdeutsche Malerei bei den Staatsgemäldesammlungen, hält die Hinweise auf die Schenkung für vertrauenswürdig.
1837 taucht im Buch von Georg Kaspar Nagler: »Albrecht Dürer und seine Kunst« auf den Seiten 7 & 8 der Hinweis auf: „Der Künstler A. W. Küffner erhielt durch den schon mehrere Jahre verstorbenen Grafen Eckart den Auftrag, eine Copie nach diesem Bildnisse zu fertigen“. Falls dies zutrifft, widerlegt dies den Auftrag der Stadt Nürnberg und belegt dass das Original von Dürer schon in einer Privat-Sammlung war.
Auf keinen Fall kann die Spaltung der 67cm * 49 cm großen Lindenholzplatte durchgeführt worden sein. Auch heute wäre es technisch nicht möglich, eine so große Lindenholzplatte flächig so zu spalten, dass daraus zwei Platten werden, ohne das damals schon 300 Jahre alte Original zu zerstören. Zusätzlich steht in der Beschreibung aller in der Alten Pinakothek in München ausgestellten Gemälde, in der Ausgabe 1999 der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen auf Seite 167 über das Dürerselbstbildnis und die angebliche Spaltung geschrieben: »Eine kürzlich erfolgte Untersuchung des Münchner Bildes und der Kopien hat diese Annahme keineswegs bestätigen können.«
Die angebliche Kennzeichnung mit Siegeln auf der Rückseite ist auch als Legende einzustufen, denn laut Frau Dr. Kubach-Reutter, der Leiterin der Gemälde- Skulpturensammlung der Museen der Stadt Nürnberg, sind auf dem Gemälde von A. W. Küfner keine Siegel zu sehen!
Zusätzlich ist es hilfreich, diesen Vorgang unter den einschneidenden politischen Ereignissen in den Jahren von 1796 bis 1806 betrachten:
Nach Drängen der preußischen Verwaltung im benachbarten Ansbach unterstellte sich Nürnberg schließlich der preußischen Herrschaft. Der Vertrag wurde nicht vollzogen, da Preußen von Nürnbergs Schulden (1794/95 waren es nahezu 9,5 Millionen Gulden) abgeschreckt wurde. Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 blieb Nürnberg dennoch zunächst weiter unabhängig, bis nach Unterzeichnung der Rheinbundakte und dem Ende des Alten Reiches französische Truppen Nürnberg besetzten. Am 15. September 1806 übergab die französische Armee schließlich die Stadt dem Königreich Bayern, das alsbald eine Zivilverwaltung installierte und die Stadt administrativ in das Königreich eingliederte. Das Königreich Bayern übernahm 1806 die exorbitanten Schulden der Reichsstadt Nürnberg als Teil der gesamtbayerischen Staatsschulden und sorgte damit für deren Konsolidierung und Tilgung.
Küfner im Louvre
Während der zweiten französischen Besetzung 1801, wurde das Küfnersche Gemälde des Dürer-Selbstbildnises durch den französischen, nach Nürnberg befohlenen Kommissar Neveau (Neven?) als vermeintliches Original requiriert und ins Louvremuseum nach Paris gebracht.
Erst im Zeitraum 1813 bis 1817 kam das Küfnersche Dürer-Gemälde über Umwege, mit der Rückführung der von den Franzosen geraubten Kunstschätze, wieder nach Nürnberg. Danach soll es eine Zeit lang in der Silberstube des Rathauses und auch im zweiten Stock des Dürer-Hauses gehangen haben. Heute befindet sich das Gemälde von A. W. Küfner nach Dürers-Selbstbildnis im nicht öffentlichen Bestand der Gemälde- und Skulpturensammlung der Stadt Nürnberg.
(Das Gemälde ist dort mit der Inv.-Nr.: Gm 0051 im Jahre 1817 inventarisiert worden).
Zwischenzeitlich, boten der Stadtgerichtsassessor *)
Dr. G. G. v. Pez, Consulent
A. W. Küffner
Nürnberg, den 15. Juli 1805.“
der kurfürstlichen Gemäldesammlung in München ein » Werk des so sehr geschätzten deutschen Künstlers Albrecht Dürer « » ein Gemälde dieses Meisters, und zwar sein eigen Bildnis « für 600 Gulden zum Kauf an.
Heute ziert dieses Porträt die alte Pinakothek in München.
Unter Inv.-Nr. 537 ist registriert:
Albrecht Dürer (1471 -1528),
Selbstbildnis im Pelzrock 1500,
Holz: 67,1cm * 48,9cm,
Erworben 1805 durch die Zentralgemäldegaleriedirektion.
Im Jahre 1804 orientierte sich Küfner wieder nach Betzenstein, wo er die Windmühle kaufte, mit deren Bau im Jahr 1801 dreiunddreißig Betzensteiner Bürger begonnen hatten. Der Bau scheint aber nicht vollendet gewesen zu sein, denn Küfner erwirbt für die Windmühle und für den Bau eines neuen Wohnhauses daneben am 27. April 1805 von der Nürnberger Forstbehörde 77 Baumstämme aus den Betzensteiner Wäldern gegen Rechnung.
Die Begleichung seiner Schulden zog sich aber hin, denn am 18. März 1806 schuldete Küfner noch das Holzgeld in Höhe von 147 fl. und 17 Krz. und auch die Wohnungsmiete in Nürnberg. Da er vorher zur Sicherheit beim Nürnberger Pflegamt in Betzenstein 200 fl. deponieren musste, ermächtigte er nun das Pflegamt die Schuldensumme dem Depot zu entnehmen.
Die Windmühle war aber nicht lange in seinem Besitz, denn schon 1806 war ein Conrad Hummert neuer Besitzer der Windmühle und Küfner hatte schon am 9. Juni 1806 wieder in Nürnberg einen Spezereiladen eröffnet, dessen Betriebserlaubnis ihm aber alsbald wieder entzogen wurde.
Ca. 1807 verbüßte er angeblich wegen Münzfälschung eine Haftstrafe auf der Veste Rothenberg bei Schnaittach. (Dies ist bisher aber nicht bestätigt, weil keine Original-Quellen vor Ort auffindbar sind.)
Zuletzt lebte er in Ingolstadt an der Donau, wo er am 5. Oktober 1817 an Schlagfluss verstarb.
Georg Gustav Wilhelm Petz von Lichtenhof
Geboren am 1.8.1759, 1786 Ratsconsulent der Reichsstadt Nürnberg,
1794 Assessor am Untergericht, 1799 Assessor am Stadt- und Ehegericht,
1808 Köngl. Bayerischer Gerichtsassessor, gest. 23.9.1813
(Lichtenhof ist Ortsteil von 90459 Nürnberg, mit Petzenschloss, Wirtstraße 74/76)
Der Historische Stadtkern von Betzenstein steht unter Denkmalschutz.
Innerhalb des Verlaufes der historischen Stadtmauer, von der noch zwei Tore und drei Türme erhalten sind, finden sich unter Einschluss der Burgen mehr als 30 Denkmäler. Dabei handelt es sich zumeist um historische Bauten und architektonische Relikte aus den Jahrhunderten, in denen Betzenstein zur Reichsstadt Nürnberg gehörte (1505 bis 1806).
Unser historisher Stadtrungang zeigt Ihnen die augenfälligsten Denkmäler
1. Unteres Tor (Stadttor, erbaut 1533-38)
2. Der Tiefe Brunnen (erbaut 1543-49) mit Brunnenhaus
Der Tiefe Brunnen gilt bis heute als technische Meisterleistung. In einer Bauzeit von sechs Jahren, 1543 bis 1549, wurde unter großen Anstrengungen ein 92 Meter tiefer Schacht ausgehoben, der Schritt für Schritt mit massiven maßgefertigten Sandsteinquadern gesichert wurde. Bis November 1902 war der Tiefe Brunnen die einzige Trinkwasserversorgung für Betzenstein und Umgebung. Brunnen und Brunnenhaus sind vollständig erhalten.
3. Historisches Pflegamtsschloss mit Zehentscheune, erbaut 1669/70, mit Resten der Stadtmauer aus dem 16. Jh., rechts daneben Giebelhaus, 1780, mit Relieftafel. In der historischen Zehentscheune im Schlosshof wurde eine Brennerei zur Herstellung sortenreiner Obstbrände eingerichtet. Das Schloss wird derzeit als Landhotel ausgebaust. Eröffnung Ende 2016.
4. Schlossstrasse Nr. 3 und 5: Giebelhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, heute Gemeindehaus und Restaurant. Dazwischen das historische Hintere Tor, auch Pfarrtor genannt (1533).
5. Abstecher zum Historischen Scheunenviertel am Hinteren Tor mit Fachwerkscheunen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
6. Barocke Stadtpfarrkirche Betzenstein
Die 1735 erbaute evangelisch-lutherische Stadtpfarrkirche ist eine einschiffige Barockkirche mit Chorturmanlage. Im Innenraum finden sich noch viele Zeugnisse aus der Nürnberger Zeit. Durch Gesamtgestaltung und Raumkonzeption entsteht der Eindruck einer Hofkirche.
7. Luitpoldbrunnen zum Gedenken an den Bau der ersten Wasserleitung in Betzenstein im Jahre 1902.
8a. Nord- und 8b Südburg
Im Kern auf das 12. Jh. zurückgehend, mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Ersterwähnung 1187. Heute in Privatbesitz, nicht zur Besichtigung freigegeben.
9. Stadtmauerturm und Mauerrest aus dem 16. Jh.
10. Hauptstr. 43, historisches Fachwerkgiebelhaus. Der schräg überstehende Giebel dieses Gebäudes lag früher auf der Stadtmauer auf. Zwischen Turm und Giebelhaus stand das historische Nürnberger Stadttor, das 1809/10 wegen Einsturzgefahr abgerissen wurde.
11. Friedenslinde, gepflanzt anlässlich des Kriegsendes 1945
12. Stadtmauer mit Gefängnisturm (1533)
13. Abstecher zum Aussichtsturm am Schmidberg mit Aussicht über die Stadt.
14. Historisches Scheunenviertel am Schmidberg
15. Denkmal Abraham Wolfgang Küfner, Maler und Kupferstecher aus Betzenstein (1760-1817). Mehr zur Geschichte im Maasenhaus.
Weitere Denkmäler in der Stadtmitte:
Hauptstr. Nr. 24, 30, 32, 33, 34, 36, 39, 40, 44, 46: Giebelhäuser, teils Fachwerk aus dem 17. und 18. Jh. Haus Nr. 32 war das Stammhaus des Hopfenhändlers Barth (heute Weltmarktführer in Hopfenprodukten mit Firmensitz in Nürnberg). Haus Nr. 36 wurde 1663 als städtisches Rathaus erbaut (heute Privatpension).
92 Meter tief – Eine technische Meisterleistung seiner Zeit
Der Tiefe Brunnen gilt bis heute als technische Meisterleistung. Er ist einer der tiefsten gemauerten Brunnen Deutschlands. Tiefere Brunnen wurden meist nur am Kopfende gemauert und mit wachsender Tiefe in das Gestein getrieben (meist Basaltgestein).
In einer Bauzeit von sechs Jahren, 1543 bis 1549, wurde unter großen Anstrengungen ein 92 Meter tiefer Schacht ausgehoben, der Schritt für Schritt mit massiven maßgefertigten Sandsteinquadern gesichert wurde. Zwei Steinmetzmeister und acht Gesellen waren damit beschäftigt die rund 2400 Quadersteine aus dem Nürnberger Land zu bearbeiten. Der Bau des Brunnens kostete letztendlich mehr als die gesamte Stadtmauer samt Türmen.
Zum Schutz des Brunnens wurde 1563 das Brunnenhaus gebaut. Das ehemals hölzerne Schöpfwerk wurde später durch eine Konstruktion aus Eisen ersetzt. Zwei starke Männer benötigten ca. 15 Minuten um einen vollen Eimer Wasser herauf zu befördern. Bis November 1902 war der Tiefe Brunnen die einzige Trinkwasserversorgung für Betzenstein und Umgebung.
Brunnen und Brunnenhaus sind vollständig erhalten; der Brunnen führt heute noch Wasser mit Trinkwasserqualität.
Der Bau des Tiefen Brunnens – Hilfsmittel aus dem Bergbau
Zu den großen Bauvorhaben gehörte mit Sicherheit der Bau des Tiefen Brunnens. Wie in allen auf der Höhe liegenden Juragemeinden war die Wasserversorgung eines der großen Probleme. Bei längerer Trockenheit hatten die Zisternen kein Wasser mehr und der Transport von der Trubach oder den Achtelquellen her war mühselig.
Der Nürnberger Ratsherr Jobst Tetzel war mit dem Bergbauwesen vertraut. Die Familie Tetzel war schon lange an der Ausbeute der Betzensteiner Erzgruben beteiligt und daher an einer sicheren Wasserversorgung besonders interessiert. Erbeauftragte einen Wünschelrutengeher, um eine geeignete Stelle für den Brunnen zu finden. Im Sommer 1543 begann die Grabung.
Am Schachtbau beteiligt waren Bergleute, die Erfahrung im Grubenbau und im Abteufen von Schächten hatten. Ebenso holte man sich die entsprechende Ausrüstung aus dem nahegelegenen Mergners. Gemessen wurde die Tiefe in Lachtern, (auch Berglachter oder Klafter genannt).
Der Lachter war das gebräuchlichste Längenmaß im Bergbau.
1 Bayreuther Lachter entspricht ca. 2 Metern Länge
Nach 24 Lachtern (48 Meter) sollte man laut dem Wünschelrutengänger auf Wasser stoßen, was man aber nicht tat. Erst im Februar 1545 stieß man in etwa 92 Metern Tiefe auf Trinkwasser.
Dieser Brunnen war bis zum Bau der Wasserleitung 1901/1902 als alleinige Trinkwasserversorgung für Betzenstein in Betrieb.
Der Tiefe Brunnen als Messstation
Das Wasserwirtschaftsamt betreibt seit 1967 eine Messstation im Tiefen Brunnen.
Alle relevanten Pegelstände und Veränderungen der Grundwassersituation werden hier gemessen und aufgezeichnet
Hier gibt es mehr Details:
Fahrt mit der Kamera in den Tiefen Brunnen
(bis zum Grund – also auch einige Meter unter Wasser)
Ehemaliges Pflegamtshaus, „Pflegschloss“, Schlossstraße 13
Bis 1553 waren die Nürnberger Ämter Stierberg und Betzenstein vereint und wurden, da die Burg Betzenstein 1420/21 ruiniert worden war, von Stierberg aus verwaltet. Nach der Zerstörung Stierbergs logierte die Reichsstadt ihren Pfleger in einem angekauften Bürgerhaus am Betzensteiner Marktplatz ein. Dieses Haus wurde 1572 der Stadt als Rathaus geschenkt, während der Pfleger in das Anwesen des Hans Völkl zog. Erst 1668 wurde der Bau eines Pflegamtshauses geplant. Die Reichsstadt erwarb hierzu das in der nordwestlichen Stadt gelegene Anwesen eines Bernhard Schaumberger. Hier wurde 1669/70 dann das neue Pflegschloss gebaut, dessen Baugeschichte im Detail noch nicht erforscht ist. Bei Umbauten um 1905 erhielt das zweigeschossige Gebäude einen Südgiebel mit Stilelementen der Neorenaissance. Im 20. Jahrhundert befand sich das Pflegschloss einige Zeit im Besitz der Kommune, die es auch als Schulhaus nutzte. Heute befindet sich das Pflegamtsschloß in privaten Händen und wird als stilvolles Landhotel betrieben.
Quellen
StAN Rst. Nbg., Landpflegamt, Pflegamt Betzenstein, Rep. 30b, fol. 126r, Nr. 6.
Literatur
KDM Pegnitz, S. 85 f.
Dannenbauer, S. 220-222.
Die wechselvolle Geschichte des Betzensteiner Pflegschlosses
Das Betzensteiner Pflegschloss wurde in den Jahren 1669/70 von der Reichsstadt Nürnberg als Herrschaftssitz errichtet. Die Pegnitzstadt hatte im Zuge des Landshuter Erbfolgekrie-ges (1503-1505) Landbesitz in und um Betzenstein erhalten. Zur Wahrnehmung der Nürnberger Rechte lebte seitdem ein Verwalter in der kleinen Stadt, dieser war Mitglied einer Nürn-berger Patrizierfamilie – wie beispielsweise den Geschlechtern Ebner, Schürstab, Tucher, Kreß und Imhoff. Zu dem so genann-ten Pfleger brachten die Nürnberger Untertanen ihre Abgaben. Außerdem konnten sie sich im Falle eines Rechtsstreits an diesen wenden, da er auch die richterliche Gewalt ausübte. Der Pfleger selbst wohnte mit seiner Familie im Pfleghaus.Notwendig wurde der Neubau im Jahr 1669, da der alte Nürn-berger Amtssitz stark einsturzgefährdet war. Äußerst spärlich ist der Aktenbestand über den Bau des Pflegschlosses, da die entsprechenden Archivalien nicht überliefert sind. Die grundlegendsten Informationen über das in den Formen der Spätrenaissance errichtete Pflegschloss sind in einem bau-geschichtlichen Gutachten der Bamberger Restauratoren Schuller&Spitzner zusammengefasst. Demnach handelt es sich hierbei um einen zweigeschossigen, massiv aus Sand-steinquadern gemauerten und verputzten Satteldachbau. Die Hauptfassade wurde in südöstlicher Ausrichtung angelegt. Das Kellergeschoss, welches nicht mit dem Erdgeschoss verbunden ist, ragt zur Hälfte aus dem Boden heraus und erstreckt sich über mehrere auf unterschiedlichem Höhenni-veau – teilweise untereinander angeordnete – Bereiche. Die ersten Spatenstiche für das Betzensteiner Pflegschloss erfolgten im August 1669. Wegen des schlechten Zustandes des alten Gebäudes war jetzt Eile geboten. Im Februar des Jahres 1669 musste Johann Sebastian Tucher, der damalige Pfleger, das Haus durch etliche Säulen und Hölzer stützen. Zu diesem Zeitpunkt war ungewiss, wie lange er noch darinwürde wohnen können. Tucher hatte daher schon alles Not-wendige für den Neubau vorbereitet. Beispielsweise lagerte er einen Großteil der Baumaterialien bereits seit dem Frühjahr in Betzenstein. Aus welchen Steinbrüchen und Wäldern die Rohstoffe herangezogen wurden, bleibt offen. Zahlreiche weitere Informationen, wie die Namen der Handwerker, die Zahl der Arbeitsstunden und die Baukosten liegen ebenfalls im Dunklen der Geschichte verborgen. Nur einige wenige Details sind überliefert. So ist beispielsweise bekannt, dass der Rat der Stadt Nürnberg ausnahmsweise den Betzensteiner Fronarbeitern einen Tagelohn von sechs Kreuzern, statt den sonst üblichen vier Denar zahlte. Die Ratsherren wollten damit den Bau beschleunigen. Offenbar mit Erfolg, denn im Januar des Jahres 1670 waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass die Fenster eingesetzt werden konnten. Auch in den folgenden Monaten ging es zügig weiter. Zum Abschluss ließen die Nürnberger die Zahl 1670 in einem zentral über der Eingangstür zu findenden Stein einschlagen. Hier ist das Jahr der Errichtung zusammen mit einem Nürnberger Wappen abgebildet und macht damit heute noch für jeden sichtbar, dass das von der Pegnitzstadt gebaute Pflegschloss im Jahr 1670 bezogen wurde.Bedauerlicherweise sind über die Ereignisse der folgenden Jahre als Wohn- und Amtssitz des Pflegers nur wenige Dinge überliefert, weshalb an dieser Stelle ein großer Sprung in der Geschichte des Pflegschlosses gemacht wird. Wir gehen in das Jahr 1806, ein Jahr in dem es zu weitreichenden politischen Veränderungen im ganzen deutschsprachigen Bereich kam. Im Zuge dessen verlor Nürnberg den Status einer Reichs-stadt. Der ganze Nürnberger Besitz – und damit auch das Betzensteiner Pflegschloss – ging an das Königreich Bayern über. Unter dem bayerischen König Maximilian I. und seinem Minister Monteglas erfolgte eine völlige Neustrukturierungder Verwaltung. Ziel der Reformmaßnahmen war es, ein räumlich wie rechtlich geschlossenes bayerisches Staatsge-biet zu schaffen. Bisher bestand in Franken territorialpolitisch betrachtet eine Art Flickenteppich: Zahlreiche kleinere und größere Herrschafts-träger reagierten hier als eigene „Staaten“. Die bayerische Integrations- und Reformpolitik hatte zur Konsequenz, dass eine Reihe kleinerer Ämter aufgehoben wurde. Auch Betzen-stein verlor seine Stellung als Amtssitz. Das Pflegschloss stand nun zunächst leer. 1811 verkaufte es der bayerische Staat an den Betzensteiner Bürger Georg Andreas Thummert. Eine Entscheidung welche die bayerischen Beamten bald wohl bitter bereuten, denn schon zehn Jahre später suchten sie in Betzenstein nach einem als Schulhaus geeigneten Gebäude. Das Pflegschloss wäre gerade zu diesem Zeitpunkt als solches leicht umzufunktionieren gewesen. Das alte Schulhaus bot nicht mehr genügend Raum für alle Betzensteiner Mädchen und Buben. Hintergrund war, dass sich im Laufe des 19. Jahr-hunderts die Kindersterblichkeit im europäischen Bereich verringerte. So erreichten auch immer mehr Betzensteiner das schulfähige Alter. Die Quellen berichten von unzumutbaren Unterrichtsbedingungen in Betzenstein. Demnach hätten im Jahr 1826 der Lehrer und sein Gehilfe gleichzeitig in einem Zimmer 169 Kinder unterrichtetet. Zwar darf man die dama-ligen Klassengrößen nicht mit den heutigen Verhältnissen vergleichen, aber auch für das 19. Jahrhundert waren das zu viele Schüler auf einen Lehrer, weshalb die bayerischen Beamten bereits in den 1820er Jahren darüber diskutierten, ob man nicht einen Teil der Schüler im alten Pflegschloss unter-bringen könne. Es dauerte aber noch etwa zehn Jahre, bis dies erfolgte, denn erst seit dem Jahr 1837 nutzte man einen Raum im alten Pflegschloss für den Schulunterricht. Aus heutiger Sicht mag es verwundern, dass so viel Zeit verging, bis sich die Betzensteiner Situation verbesserte. Ein ausschlaggebender Grund für die schlechten Unterrichtsbedingungen war ein über das ganze 19. Jahrhundert währender Streit zwischen dem bayerischen Staat und der Stadt Betzenstein über die Finanzierung neuer Schulräume. Ein Aspekt, der hier leider nicht ausreichend vertieft werden kann.Auch diese provisorische Lösung war nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die Zahl der Schüler stieg weiter. So besuchten 1851 etwa 230 Mädchen und Buben – verteilt aufzwei Klassen – die hiesige Schule. Seit dem Jahr 1862 nutz-ten die Lehrer daher einen weiteren Raum im Pflegschloss für den Schulunterricht und im Jahr 1872 kaufte der Fiskus schließlich das Gebäude, um es anschließend als Schulhaus umzubauen. Dieser viel zu spät erfolgte Kauf konnte die Raumprobleme nur kurzzeitig lösen. Das 1873 bezogene Pflegschloss bot bereits 1876 nicht mehr hinreichend Platz, um alle Kinder aufzunehmen. Hinzu kam, dass für eine zusätzliche Lehrkraft ein eigener Wohnungsbereich im Pflegschloss geschaffen werden musste. Auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Unterrichts-räume viel zu klein, das königlich bayerische Landbauamt forderte daher Umbaumaßnahmen. So sollte ein vierter Unterrichtsraum zusammen mit einer neuen Lehrerwohnung entstehen. Ungeklärt blieb wieder die Finanzierungsfrage, die schon in der Vergangenheit die Entscheidungen verzögert hatte und sich auch jetzt über mehrere Jahre hinzog, während das Gebäude zunehmend verfiel. 1932 wurde der Fiskus zur Instandsetzung verpflichtet. Der Zustand des bereits 1925 dringend renovierungsbedürftigen Gebäudes hatte sich wäh-rend des Rechtsstreits erheblich verschlechtert. So drang beispielsweise durch die teilweise gefaulten und abgefallenen Dachbretter Regenwasser in den Dachstuhl. Ersetzt werden mussten fast alle Fenster. Mehrere Glasscheiben waren zer-brochen oder hatten Risse. Im November 1941 äußerten die Beamten starke Zweifel an dem Sinn weiterer Baumaßnah-men, denn egal wie sich diese gestalten, es handle sich nur um ein Flickwerk. Schulisch und wirtschaftlich sei die einzige Alternative ein Neubau. Angesichts der kriegerischen Ereignis-se des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) verschob sich dieser jedoch auf unbestimmte Zeit. Am 17. September 1945 erfolgte die Wiederaufnahme des Schulbetriebes. Vorausgegangen waren nur die absolut not-wendigsten Instandsetzungsmaßnahmen. Durch die im Krieg einquartierten Flüchtlinge und Soldaten der deutschen und amerikanischen Wehrmacht war das Gebäude stark bean-sprucht. Unabhängig davon bestanden ja die bereits in der Vorkriegszeit aufgeführten Mängel unverändert fort. So wun-dert es nicht, dass die Stimmen für einen Neubau immer lauter wurden. 1964 begannen endlich die Bauarbeiten für eine neue Schule, die 1966 bezogen werden konnte. Das nicht mehr benötigte Pflegschloss gelangte 1974 in Privatbesitz. Zunächst erwarb es ein Ehepaar aus Nürnberg und nutzte es bis 1990 als Wohnhaus. Nach deren Verkauf lassen sich mehrere Eigentümer ermitteln, die verschiedene Nutzungs-konzepte entwickelten diese jedoch nur teilweise – und ohne Rücksichtnahme auf die historische Bausubstanz – umsetzten. In den 1990er Jahren wollte ein „Investor“ das Pflegschloss in Wohneigentum aufteilen. Bei diesen Umbauarbeiten ent-standen irreparable Schäden im Innenraum. Aufgrund der Insolvenz des „Investors“ mussten die Arbeiten von heute auf morgen eingestellt werden. Bei einem anschließenden Frostschaden mit Wasserrohrbruch im Dachgeschoss liefen etwa 40 Kubikmeter Wasser durch das Haus und führten versicherungstechnisch zu einem Totalschaden des Gebäudes. Im Jahr 2004 kaufte eine Familie aus Nürnberg das Pflegschloss. Der ehemalige Amtssitz und seine Nebengebäude wurde denkmalgerecht saniert und zu einem Landhotel umgebaut.
Auszug aus einem Aufsatz von Frau Dr. phil. Annett Haberlah-Pohl zur Erforschung der Geschichte des Pflegamtschlosses Betzenstein, 2011.
Die Evangelisch-lutherische Stadtpfarrkirche in Betzenstein
Geschichtlicher Überblick
1359
Markterhebung Betzensteins durch Kaiser Karl IV und Gründung einer eigenen Pfarrei
1524
Einführung der Reformation in Betzenstein
1732
Bauinspektion und Abriss der desolaten Vorgängerkirche Mariä Geburt durch den Nürnberger Marx Erckel
1733
Fundamentlegung des Neubaus
1735
Fertigstellung des Rohbaus
1739
Fertigstellung des Kirchturmes
1748
Einweihung der Betzensteiner Pfarrkirche
Beschreibung
Die Stadtpfarrkirche ist eine schlichte, einschiffige Barockkirche mit Chorturmanlage. Ihr Typus entspricht den protestantischen Landkirchen der Marktgrafentümer Brandenburg-Ansbach und Kulmbach-Bayreuth.
Leicht erhöht, inmitten des Ortes gelegen, steht das aus Sandsteinquadern errichtete Gotteshaus. Die West-Ost-Ausrichtung lässt auf eine Errichtung auf dem Fundament der Vorgängerkirche schliessen. Der Außenbau ist funktionell und zweckgebunden und basiert auf den marktgräflichen Baudoktrinen der lutherischen Region.
Der Innenraum strahlt aristokratische Festlichkeit und trotzdem Puritanismus aus und steht damit im Gegensatz zum Außenbau. Durch Gesamtgestaltung und Raumkonzeption entsteht der Eindruck einer Hofkirche.
Der Chor mit dem Kreuzgratgewölbe bildet das Untergeschoss des quadratischen Turmes. Zwischen Langhaus und Turm führt ein Durchgang in die Sakristei.
Der Altaraufsatz wurde im Jahre 1746 vom Gräfenberger Schreinermeister Johann Conrad Preßler geschaffen. Das Altarbild, sowie die Vergoldungen und die Marmorierung stammt aus den Händen der Hersbrucker Maler Friedrich und Johann Christoph Reich.
1746 stiftete die Nürnberger Patrizierfamilie Tucher die von der Sakristei aus begehbare Kanzel. Hier ist auch das Allianzwappen der Tucher-Harsdörffer zu sehen. Auch in der Bekrönung des Herrschaftsstuhles finden sich die Wappen von Nürnberger Patrizierfamilien, derer von Harsdörffer und Pfinzing von Henfenfeld. Der tulpenförmig geschnitzte Taufstein wurde im Jahr 1736 ebenfalls von der Tucherfamilie gestiftet.
Die festliche Orgel ist ein Werk des Orgelbaumeisters Elias Höfler von Lauf und stammt aus den Jahren 1739/40 unter Verwendung von Orgelbauteilen aus den Jahr 1684.
Neben dem südlichen Portal befindet sich ein farbiger Wappenstein, der vermutlich aus dem abgerissenen Nürnberger Tor, dem einstmals dritten Stadttor Betzensteins stammt. Er zeigt den Nürnberger Wappendreiverein, darunter ein kleines Betzensteiner Wappen.
Die Deckenbemalung stammt aus der Hand des Nürnberger Malers Johann Justin Preißler und wurde 1736 fertiggestellt.
Die Glocken
Im 40 Meter hohen Kirchturm befinden sich drei Glocken.
Die große, ca. 690 kg schwere Kirchenglocke, mit einem Durchmesser von 1,02 Meter, wurde um 1700 auf Wunsch der Landbevölkerung angeschafft, da das Geläut der kleineren Marienglocke oft überhört wurde und so die Bevölkerung der umliegenden Dörfer nicht zum Gottesdienst kam.
Sie trägt die Umschrift:
ANNO 1700 GOSS MICH IOHANN BALTHASAR HEROLDT IN NÜRMBERG
gegenüber:
IST DIESE GLOKEN IM NAMEN DER GANTZEN BÜRGER VND LANDTSCHAFFT ZV BETZENSTEIN GESCHAFT WORDEN
Am Mantel der Glocke befindet sich das Wappen des damaligen Landpflegers Carl Volckamer aus Nürnberg.
Die Marienglocke stammt noch aus katholischer Zeit und wurde ebenfalls in Nürnberg gegossen; 1705 von Hans II.
Die Taufglocke ist die kleinste Glocke und stammt aus einer Regensburger Gießerei aus dem Jahr 1926.
Nord- und Südteil der Burg
Burg, ehemals reichsstädtisches Pflegschloss, Burgweg 7 – 9
Betzenstein scheint erstmals 1187 im Namen des Ministerialen Friedrich von Betzenstein auf, der offenbar dort seinen Dienstsitz innehatte. Die immer wieder einmal von Autoren angeführte Identität mit der 1108/1112 genannten Burg Albewinistein ist abzulehnen [vgl. Albewinistein]. Die Burg Betzenstein selbst wird erst am 11. August 1311 genannt, als der Bamberger Bischof Wulfing von Stubenberg den Konrad von Schlüsselberg mit ihr belehnte. Dabei wurden ausdrücklich die Verdienste des Edelfreien um das Hochstift Bamberg erwähnt. Einen Teil der Burg verlor das Hochstift bald an die Landgrafen von Leuchtenberg, möglicherweise durch die Fehde des Bischofs Wernto Schenk von Reicheneck mit Ulrich von Leuchtenberg. Am 30. Mai 1327 trug der Landgraf Ulrich seine neu gewonnene Hälfte an der Burg Betzenstein der Krone Böhmen zu Lehen auf. Der Nürnberger Burgenforscher Hellmut Kunstmann vermutete schon für diese Zeit eine Doppelanlage, wobei der nördliche Felsen mit der bischöflichen, der südliche dagegen mit der nun leuchtenbergischen Burg bebaut gewesen sein soll. Für diese Annahme spricht, dass im 16. Jahrhundert neben einer noch erhaltenen Feste ein zweiter, mittlerweile wüster Burgteil bezeugt wird. Nach dem Krieg gegen Konrad von Schlüsselberg 1347 einigten sich die Sieger, die Bischöfe von Würzburg und Bamberg sowie die Burggrafen von Nürnberg, auf eine Überlassung des Schlüsselbergschen Teils, des Bamberger Lehens, an die Burggrafen. Offenbar veräußerten die Hohenzollern diese Hälfte bald darauf an die Landgrafen, denn die Leuchtenberger waren 1359 im Besitz der gesamten Burganlage. Damals gewährte ihnen Kaiser Karl IV. das Marktrecht und das Recht, den Markt Betzenstein zu befestigen. 1399 rückte die Burg in den Mittelpunkt einer weiteren Fehde, diesmal zwischen dem Bamberger Bischof Albrecht von Wertheim und den Landgrafen von Leuchtenberg, die mit einem Überfall und der Gefangennahme des Bischofs bei Hals (Passau) ihren Höhepunkt erreichte. Als sich die Landgrafen der seit 1402 von König Ruprecht I. eingeleiteten Schlichtung widersetzten, wurde die Burg Betzenstein eingenommen und besetzt. Die Rückgabe sollte erst nach einer Wiedergutmachung der von den Landgrafen verursachten Schäden erfolgen, die Lehnsherrschaft des Hochstifts wenigstens über einen Teil der Feste konnte jedoch nicht zurückgewonnen werden. Die Wiedergutmachung und andere Fehdekosten hatten die Landgrafen von Leuchtenberg hoch verschuldet. Schließlich war Betzenstein mit 2.000 ungarischen Gulden belastet, die Herzog Ludwig von Bayern-Ingolstadt fordern durfte. Landgraf Leopold veräußerte daher am 13. Februar 1418 die Feste und die Stadt Betzenstein dem Pfalzgrafen Johann von Neumarkt-Neunburg. Kurz darauf wurde die Burg, die vom Ingolstädter Herzog nicht an seinen Neumarkter Vetter übergeben worden war, im Bayerischen Krieg von 1420/21 zerstört, und zwar ausgerechnet von den Truppen des Käufers [vgl. Lichtenstein]. Um dieses Ereignis rankt sich eine Anekdote, nach der die in Abwesenheit ihres Gemahls handelnde Pfalzgräfin von Neumarkt-Neunburg, Katharina von Pommern-Stolp, die Zerstörung auf den vorsätzlich falschen Ratschlag ihres Hofbeamten Siegmund von Egloffstein hin angeordnet habe. Der Egloffsteiner besaß viele Güter in der Nähe Betzensteins und wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, eine unbequeme Nachbarschaft aus der Welt zu schaffen. Als die Reichsstadt Nürnberg mit dem Ausgang des Landshuter Erbfolgekriegs 1505 auch das mittlerweile pfälzische Betzenstein übernahm, fand sie daher höchstens Ruinen vor. Eine auf der Burgstelle eilig errichtete Bastei war im Zuge von Kampfhandlungen 1504 zerstört worden. Der Pfleger des Amtes wurde – wie schon zu pfälzischen Zeiten – auf die Burg Stierberg gesetzt. Erst 1528 entschloss sich die Reichsstadt zum Bau eines Schlosses, um hier wenigstens einen Vogt unterbringen zu können. Dem Nürnberger Werk- und Steinmetzmeister Simon Rösner wurden in den Jahren ab 1528 die Planungs- und Baumeisterarbeiten anvertraut. Nachdem sukzessive bis 1550 mit viel Geld am Ausbau der neuen Burganlage gearbeitet worden war, ging das Ergebnis der reichsstädtischen Bemühungen im Zweiten Markgrafenkrieg in Flammen auf. Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades besetzten Betzenstein am 20. Mai 1553 kampflos und steckten das neue Pflegschloss in Brand. 1555 wurden wenigstens die äußeren Mauern repariert, die neuerliche Instandset¬-zung der Burg begann jedoch erst 1557 und wurde über viele Jahre hinweg bis ins frühe 17. Jahrhundert betrieben. Weitere Baumaßnahmen, u.a. der Bau der Bastion auf der südlichen Burg während des 30-jährigen Krieges, dienten vor allem der Verbesserung von Verteidigungsanlagen. Diverse Renovierungen wurden nach 1673 und auch im 18. Jahrhundert vorgenommen. Die reichsstädtische Burg hat nur kurz als Amtssitz des Pflegers gedient. Nach dem Untergang der Burg Stierberg war das Pflegamt zwar nach Betzenstein verlegt worden [vgl. Stierberg], die Burg wurde aber weitgehend nur während des 30-jährigen Krieges vom Pfleger bewohnt. Das Pflegamt logierte zunächst am Marktplatz, während auf der Burg nur ein Schlosswart und ein Nachtwächter hausten [vgl. Betzenstein II].
Mit der Eingliederung Nürnbergs in das Königreich Bayern wurde die reichsstädtische Feste von den bayerischen Rentbeamten als reparaturbedürftig und kostenintensiv eingeschätzt. Um den staatlichen Bauunterhalt zu entlasten, wurde die Anlage der Stadt Betzenstein überlassen.
Bald darauf wurden baufällige Bereiche eingelegt. Nach Hellmut Kunstmann sollen jedoch erste Teile der Burg schon im 18. Jahrhundert abgebrochen worden sein, u.a. 1709 ein Turm in der nördlichen Oberburg. Erhalten hat sich hier ein eingeschossiges, auf hohem Sockel ruhendes Gebäude mit T-förmigem Grundriss. Der mit einem Walmdach überspannte Bau soll im Kern auf den Wiederaufbau von 1528 zurückgehen. Auf der Südburg existiert noch ein zweigeschossiger Rundturm mit Zeltdach, der durch Umbau des um 1630 errichteten Rondells entstand. Ihm ist nordöstlich ein zweigeschossiges Gebäude des 17./18. Jahrhunderts angebaut, das im 20. Jahrhundert erheblich verändert wurde. Die Burganlage ist heute in privaten Händen.
Quellen
StAAm Kloster Michelfeld Urk. Nr 13.
StAN Rst. Nbg., Landpflegamt, Pflegamt Betzenstein, S I, L 338, Nr. 2. Rst. Nbg., Salbücher Nr. 29.
Gelegenhait, Nr. 80.
Mon. Boica Bd. 25, S. 107.
Literatur
KDM Pegnitz, S. 82-85.
Kolbmann, Georg: Betzensteiner Geschichtsbilder (= Schriftenreihe der ANL Bd. 19). Nürnberg 1973.
Kunstmann, Östliche Fränkische Schweiz, S. 434-455, mit Federzeichnungen kurz vor 1670.
Looshorn, Johann: Die Geschichte des Bistums Bamberg. Bd. II. München 1888, S. 561.
Rühl, Pegnitz, S. 53 f, 195-198.
Seitz, Reinhard H.: Das Betzensteiner Stadtprivileg von 1359. In: MANL 24 (1975), Heft 3, S. 49-59.
Stadtlexikon Nürnberg, S. 141 f, mit Kupferstich von C.M. Roth von etwa 1759.
Voit, Gustav et al.: Vom Land im Gebirg zur Fränkischen Schweiz. Eine Landschaft wird entdeckt (= Schriftenreihe des Fränkische-Schweiz-Vereins Bd. 8). Erlangen 1982, S. 78, mit Stahlstich von Alexander Marx, ca. 1844.
Nr. 1 Die Höhlen im Betzensteiner Land,
1936 Romantik und Geheimnis der Unterwelt
Nr. 2 Burg und Stadt Betzenstein
1937 Vergriffen, Ersatz unter Nr. 15 als 4. geänderte u. erweiterte Auflage.
Nr. 3 Burg Stierberg und ihre Zerstörung
1938
Nr. 4 Eisenschmelzwerkstätten in Betzenstein und Eckenreuth
1938
Nr. 9 Die Windmühlen zu Betzenstein
1960 Maschinenschrift geheftet 34 Seiten mit Abb. Vergriffen, Ersatz unter Nr. 22 als 2. unveränderte Auflage.
Nr. 11 Kalktuffvorkommen in der Fränkischen Schweiz
1977 Maschinenschrift
Die Hefte Nr. 1 – Nr. 11 sind vollständig vergriffen.
Nr. 23 Die Postgeschichte Betzenstein und Leupoldstein (siehe Heft Nr. 10)
1991 2. Auflage geheftet 90 Seiten
Verlag: Heimatmuseum Betzenstein
Die Hefte Nr. 1- 4 u.11 sind nicht mehr auffindbar. Besitzer von diesen Ausgaben bittet der
Arbeitskreis um kurzzeitige Überlassung, damit eine Archivierung erfolgen kann.
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In früheren Zeiten war es Brauch, dass sich die Bewohner benachbarter Orte gegenseitig durch Andichten von Schildbürgerstreichen neckten. So entstand auch der Betzensteiner Zeiserlfang, der noch heute bei vielen Festlichkeiten aufgeführt wird.
Kunigund, die altjungferliche Haushälterin des Betzensteiner Pflegers hielt sich – aus Ermangelung eines Gatten – einen Zeisig. Dieser entkam eines Tages und die arme Kunigund grämte sich so sehr, dass der Amtmann alle Bürger samt Feuerwehr auf den Plan rief, das entflohene Tier zu fangen. Als dies nicht gelingen wollte, kam das Stadtoberhaupt auf die vermeintlich rettende Idee, die Stadttore schliessen zu lassen, um ein Entkommen des Vogels zu verhindern. Dieser jedoch erkannte das Vorhaben, erhob sich in die Lüfte und ward verschwunden. Kunigund konnte den Verlust nicht verwinden und ging ins Kloster.
Seither haben die Betzensteiner den schönen Beinamen “Zeiserlfänger”.
Es hielt des Pflegers Kunigund
nach alter Jungfer Weis´ sich,
weil keinen Mann sie kriegen kunnt,
dafür den schönsten Zeisig.
Mit Hänschen kost´ sie früh und spat,
tractierte ihn mit Küssen,
gab Zucker ihm und Kopfsalat
und sonst´ge Leckerbissen.
Doch schnöder Undank war ihr Lohn;
trotz aller Lieb´ und Pflege
flog eines schönen Tag´s davon
der Zeisig dem Gehege.
Zu Tod betrübt schlich Kunigund´
in ihre stille Kammer,
sie weinte sich die Äuglein wund
in unsagbarem Jammer.
Dem Amtmann war die G´schicht fatal,
er war kein Freund von Thränen,
er wittert einen Gichtanfall,
wie stets bei solchen Scenen.
Er sprach: Ich biete auf die Stadt
zu fangen deinen Zeisig
und ruhe nicht, bis man ihn hat,
so wahr der Pfleger heiß ich.
Als nun im Städtchen ward bekannt
die traurige Geschichte,
kam alles, groß und klein, gerannt,
zu fangen nach dem Wichte.
Mit Gabeln, mit dem Netze der,
mit Stecken, Stangen, Stricken,
mit Maus-, mit Dachsfallen, mit Gewehr,
mit Besen und mit Krücken.
Es rückte an die Polizei
mit hochgeschwung´nem Sabel,
mit ihrem Huckelkorb herbei
eilt selbst die alte Wabel.
Es kam die Feuerwehr im Lauf
mit Leiter und mit Spritze,
ja selbst die Bürgergard´ zog auf,
der Schneider an der Spitze.
Der Wächter stoß mit Macht ins Horn,
daß schier die Häuser wackeln;
kurz überall, so hint wie vorn,
man hört ein laut Spektaceln.
Der Zeisig hüpft von Mist zu Mist,
sucht Würmer sich und Fliegen
und freut sich voll arger List,
daß man ihn kunnt nicht kriegen.
Ins Rathaus rief der Schultheiß nun
der Stadt hochweise Väter,
daß man berate was zu thun
gen diesen Mißethäter.
„Ihr wißt, des Amtmanns Töchterlein
ist ob der Flucht des Zeiserl
gar tiefbetrübt und obendrein
der Amtmann aus dem Häuserl“
„Bringt man das schlaue Viech durch List
nicht zum Capitulieren
fürwahr, ihr Herrn, als dann ist
uns nicht zu gratulieren.“
Drum strengt eure Köpfe an,
besinnt euch recht fleißig,
wie und auf welche Weise man,
erwischen könnt den Zeisig.
Sie sannen hin und sannen her
beinahe dritthalb Stunden,
der Kopf war ihnen müd´ und schwer
– ein Rat ward nicht gefunden. Der Zeisig hüpft von Mist zu Mist,
sucht Würmer sich und Fliegen
und freut sich voll arger List,
daß man ihn kunnt nicht kriegen.
Da endlich, hub der Schultheiß an,
rückt hoch zuvor die Brille,
nahm eine mächt´ge Pries sich dann –
im Kreise ward es stille.
„Hört meine Red´ und meinen Rat!
Damit es uns nicht, ihr Herren,
das Viech entwische aus der Stadt –
Laßt uns die Thore sperren!
Dann rücken wir ihn auf den Leib
und zwar ganz systematisch,
damit ihm ja kein Ausreis bleibt.
Das, mein ich, wäre practisch.“
Erstaunen faßt den stummen Kreis
ob dieser Weisheit Fülle,
dann folgte Beifall, anfangs leis,
dann lautes Hochgebrülle.
Man schloß die Sitzung auf der Stell
und eilte aus dem Rathaus,
der Stadttorwächter kriegt Befehl,
zu führen in die That aus
des Schultheiß klugen Schlachtenplan,
die Thore zu verrammeln,
zu sperren und die Leute dann,
in Haufen zu versammeln.
Nun an ein Kesseltreiben ging´s,
in Worte nicht zu kleiden!
Von hint´ und vorn, von rechts und links,
kurzum von allen Seiten!
Das war dem Zeisig doch zu bunt!
Fürwahr vor lauter Schrecken
blieb ihm ein Würmchen, fett und rund,
beinah im Halse stecken.
Er schwang sich auf von seinem Mist,
flog über Thor und Hallen.
Erfreut ob der gelung´nen List,
ließ er noch etwas fallen.
Da sperrte alles Aug und Mund
und reckte Hals und Köpfe,
man sagt noch heut, von jener Stund´
datiern die vielen Kröpfe.
Das ganze Ratskollegium
fiel platthin auf den Nabel,
ihm däucht´ dies ein Mysterium
und äußerst admirabel.
Zuerst erhob sich aus dem Dreck
des Bürgermeisters Gnaden.
„Fürwahr, ihr Herrn, mir fuhr der Schreck,
gehörig in die Waden.“
„Jetzt ist die Sach´ mir klar, wie was,
daß uns das Vieh konnt uzen,
weil in der Eile man vergaß
die Flügel ihm zu stutzen“.
Und Kunigund? – der armen Maid
erschien die Welt nun trostleer,
sie kaufte sich ein schwarzes Kleid
und ging ins Nonnenkloster.
Der Zeisig ist wohl längst krepiert,
doch sind noch da die Misten,
die überall, der Stadt zur Zierd´
ihr duftend Dasein fristen.
Wie allbekannt im ganzen Land
sind nun die Betzensteiner
die Zeiserlfänger zubenannt
– doch hören darf es keiner!
Presseartikel von Udo Schuster
Die Spieser Laientheatergruppe begeisterte am ersten Spielwochenende im Burgstall auf dem Spieser Schloßberg mit dem historischen Stück „Hirtenkuni“, die Gäste welche vorwiegend aus den umliegenden Landkreisen kamen. Das Stück erforderte im Vorfeld viel Recherchearbeit für Regisseur Markus Böse, aus dessen Feder dieses auch entstand. Die Zuschauer erhielten in gedruckter Form auch Hintergrundinformationen über den damaligen Zeitgeist im Land.
Die verwitwete Elisabeth Werner (Annette Böse) kommt im Sommer 1830 nach Spies auf den Burgfelsen, den Ort wo sie als uneheliches Kind der Kunigunde Hempfling, genannt Hirtenkuni geboren wurde., Sie trifft dort auf den 80 Jährigen Georg Deinzer, (Georg Fenzel) den Vetter ihrer Mutter. Nun möchte Sie mehr über ihre Mutter erfahren Dieser erzählt ihr im Zwiegespräch die Geschichte aus dem Schicksalsjahr ihrer Mutter, kurz bevor sie geboren wurde.
Im Wechsel erfolgt dann immer wieder durch weitere Akteure der Rückblick auf das Jahr 1774. In dieser Zeitepoche sind insgesamt 18 Laiendarsteller zu sehen. Das Dorf Spies feiert den Viehaustrieb nach dem Winter. Hirtenmädchen und -jungen haben sich lange darauf gefreut, es wird gesungen, getanzt, gelacht und dabei mittendrin die Hirtenkuni (in Doppelbesetzung gespielt von Katja Weinlein und Julia Raum). Das schönste Mädchen, umworben von Fritz (David Tillmann), von Georg ihrem Vetter und anderen. Doch da ist noch Anna (Kerstin Hofmann), die junge Lehenbäuerin, welche neidisch auf die Hirtenkuni ist, sie eine Bäuerin und Kuni nur ein Hirtenmädchen. Und ein Trupp Marksteinsetzer mit einem Korporal (Norbert Schott) tritt in das Leben des Mädchens. Als es zum Diebstahl eines Schellenbogens kommt, nimmt das Schicksal für die Hirtenkuni seinen Lauf.
Insgesamt war die Theatertruppe gemeinsam bei über 20 Proben im Burgstall aktiv. Zuvor wurde natürlich schon in den eigenen vier Wänden geprobt. Jedes Mal verfeinerten und optimierten die Darsteller ihren Auftritt. Bei der Prämiere am Freitag waren auf Grund der Wetterlage nicht alle Plätze besetzt und am Samstag fiel die Veranstaltung buchstäblich ins Wasser. Jedoch der Sonntag übertraf alle Erwartungen. Rund 240 Gäste bevölkerten den Gipfel des Spieser Schloßbergs und waren begeistert von einer grandiosen Vorstellung bei der alles gepasst hat. Der Betzensteiner Bürgermeister, Claus Meyer besuchte mit seiner Frau schon am Freitag die Prämiere. Beiden hat es sehr gut gefallen, “ Hierbei hat sich gezeigt, dass unsere Spieser Theatergruppe auch ernstere Stück beherrscht und dabei immer besser wird. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass die Truppe sich untereinander super versteht und man als Zuschauer deutlich spürt, dass es sowohl den erfahrenen Darstellern als auch den jüngeren Akteuren wahnsinnig viel Spaß macht. Dies ist, neben dem Ambiente am Schlossberg mit seiner großartigen Kulisse, auch ursächlich für den Charme dieser Veranstaltung“. Beeindruckend ist der historische Bezug und die Verflechtungen der Handlungsstränge mit den Ereignissen der damaligen Zeitgeschichte und deren Auswirkungen auf das Leben der Bevölkerung vor Ort. Es sind also echte Geschichts- und Lehrstunden, so der Bürgermeister.
Die Örtlichkeit in der sich das Theater abspielt war bis 1553 die Anhöhe, auf welcher die Burg Spies stand. Nach deren Zerstörung im Zweiten Markgrafenkrieg verfiel diese und die Bewohner aus Spies nutzten die Mauer- und Gebäudereste als Steinbruch. Für Nutztiere wie Pferde, Rinder Ochsen und Schweine war der Ort aufgrund der Felslage ungeeignet. Es darf deshalb davon ausgegangen werden, dass an dieser Stelle nur Ziegen gehütet wurden, so der Autor der Geschichte Markus Böse. Die Ziegenhut selbst nahm mit der preußischen und französischen Zeit um 1800 herum immer mehr ab. Die Jahre von 1774 bis 1830 waren in Spies und Umgebung sehr ereignisreich. Warum dies so war erklärt ausführlich das Programheft. In diesem sind auch alle weiteren historischen Gegebenheiten beschrieben, sowie alle Darsteller und Mitstreiter welche zum Erfolg der Aufführung beitragen namentlich genannt.
An weiteren vier Tagen wird der Burgstall wieder zur Naturbühne. Am Donnerstag 30.5., Freitag 31.5. sowie Samstag 1.6. beginnt die Aufführung jeweils um 19.00 Uhr. Am Sonntag 2.6. beginnt die Vorstellung bereits um 16.00 Uhr. Bei freiem Eintritt würde sich die Gruppe über eine Spende freuen. Zur Verköstigung der Gäste öffnet natürlich an den Tagen der Aufführungen auch die „Markgrafenklause“. Bei unpassender Wetterlage können Termine entfallen.
Text und Fotos: Udo Schuster
Beschreibung
In Silber ein blauer Balken überdeckt mit einem gespaltenen Schild. Darin auf der linken Seite, ein halber, rot gezungter schwarzer Adler auf goldenem Grund. Die rechte Seite des Schildes ist fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber. (Bestätigung für die Zusammenlegung der Stadt Betzenstein mit den Gemeinden Leupoldstein, Ottenberg, Stierberg und Spies 1972 neu gebildete Stadt Betzenstein.
Geschichtlicher Hintergrund
Der blaue Balken in Silber erinnert an die Herrschaft der Landgrafen von Leuchtenberg. Der Nürnberger Schild mit dem halben Adler und der Schrägrechts-Teilung von Rot und Silber bezeugt die Zugehörigkeit der Stadt Betzenstein zur Reichsstadt Nürnberg von 1504 bis 1806.
Das seit 1395 durch Abdrucke bekannte älteste Siegel mit der Umschrift S • VUNIVERSITATIS CIVIUM DE PECZENSTEIN und dem einfachen Wappen der Leuchtenberger (Blauer Balken auf Silber im Schild) offenbart die Entstehung anlässlich der Markterhebung 1359. Ein zweites Siegel, das ob 1418 benutzt wurde trägt die Umschrift SIGILIUM DES MARCHS ZV PECZENSTEIN und enthält den Leuchtenberger Balken im Halbrundschild. Nach der Eingliederung in das Territorium der Reichsstadt Nürnberg fügte man ¡n den blauen Balken der Leuchtenberger den gespaltenen Schild der neuen Herrschaft ein. Bis in das 19. jahrhundert wurden jedoch mehrere Diensfsiegel mit unterschiedlichen Darstellungen benutzt. Die Abbildung zeigt das heutige Wappen der Stadt Betzenstein.
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